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Unilever Aktie — einfach erklärt

Konsumgüter · Großbritannien

Unilever verkauft Alltagsprodukte in aller Welt: Körperpflege, Reinigungsmittel, Lebensmittel und Speiseeis, darunter Marken wie Dove, Knorr und Langnese. Ein erheblicher Teil des Umsatzes kommt aus Schwellenländern, in denen der Verbrauch solcher Produkte pro Kopf noch wächst.

Das spricht dafür — und das dagegen

Dafür

  • Sehr breites Markenportfolio über viele Länder und Preisklassen.
  • Starke Stellung in Schwellenländern mit wachsender Mittelschicht.
  • Alltagsprodukte werden regelmäßig gekauft, unabhängig von der Konjunktur.

Dagegen

  • Preiserhöhungen lassen sich nur begrenzt durchsetzen, bevor Kunden zu Handelsmarken wechseln.
  • Währungsschwankungen in Schwellenländern können Umsatzzuwächse in der Konzernwährung aufzehren.
  • Das Portfolio gilt als sehr breit — Umbauten und Verkäufe einzelner Sparten sind ein Dauerthema.

Wird meist von Anlegern diskutiert, die ein defensives, global gestreutes Standbein suchen.

Was für ein Wert ist das eigentlich?

Unilever wird üblicherweise als defensiver Wert eingeordnet. Defensive Werte verkaufen Dinge, die Menschen unabhängig von der Wirtschaftslage brauchen. Ihr Gewinn schwankt wenig, ihr Kurs meist auch — dafür bleiben sie in starken Aufwärtsphasen häufig zurück.

Worauf es bei Unilever besonders ankommt

Wie bei allen Konsumgüterkonzernen ist die Aufteilung des organischen Wachstums in Menge und Preis die eigentliche Information. Bei Unilever kommt hinzu, dass ein erheblicher Teil des Umsatzes in Schwellenländern entsteht: Dort kann kräftiges Wachstum in lokaler Währung nach Umrechnung fast vollständig verschwinden.

Die Kennzahlen, auf die es hier ankommt

Bei jedem Aktientyp zählen andere Zahlen. Diese vier solltest du dir bei Unilever zuerst ansehen — in Klarkurs stehen sie samt Erklärung auf einer Seite.

Nettomarge

Stabil und ordentlich statt spektakulär — genau das ist bei defensiven Werten das Ziel. Ein plötzlicher Margenrückgang deutet meist auf Preisdruck hin.

Bei Unilever: Hunderte Marken von Knorr bis Dove. Der Konzern trennt sich von schwächeren Marken, um die Marge zu heben — zuletzt traf es die Eiscreme-Sparte.

Dividendenrendite

Ein wesentlicher Teil des Ertrags kommt hier aus der Ausschüttung, weil die Kurse langsamer steigen als bei Wachstumswerten.

Bei Unilever: Ordentliche Rendite; ein Teil der Rückgabe läuft zusätzlich über Aktienrückkäufe. Je nach Handelsplatz wird in Euro oder Pfund gezahlt.

Umsatzwachstum

Bei defensiven Werten reichen niedrige einstellige Zuwächse. Wer hier zweistelliges Wachstum erwartet, ist beim falschen Aktientyp.

Bei Unilever: Ein großer Teil des Umsatzes stammt aus Schwellenländern. Das bringt Wachstum, aber auch Währungsrisiko und politische Unsicherheit.

Beta (Schwankungsbreite)

Zeigt, wie stark die Aktie im Vergleich zum Gesamtmarkt schwankt. Bei defensiven Werten liegt es meist unter 1 — sie bewegen sich ruhiger als der Markt.

Bei Unilever: Klassisch defensiv mit geringer Schwankung. Den größten Hebel auf den Gewinn haben Rohstoffpreise wie Palmöl und Kakao.

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Häufige Fragen zu Unilever

Was ist organisches Wachstum?

Wachstum aus eigener Kraft — ohne Zukäufe und ohne Währungseffekte. Bei Konsumgüterkonzernen ist das die wichtigste Kennzahl, weil sie zeigt, ob wirklich mehr verkauft oder nur teurer verkauft wurde. Sie wird meist in Menge und Preis aufgeteilt.

Warum sind Schwellenländer für Konsumgüterkonzerne so wichtig?

Weil in gesättigten Märkten kaum noch Mengenwachstum möglich ist. Wo Einkommen steigen, kaufen Menschen erstmals Markenprodukte statt lose Ware. Dieses Wachstum kommt allerdings mit Währungsrisiken und politischer Unsicherheit.

Ist Unilever Aktie eine gute Geldanlage?

Das kann dir niemand seriös pauschal beantworten — und diese Seite tut es bewusst nicht. Ob ein Wert zu dir passt, hängt von deinem Anlagehorizont, deiner Risikobereitschaft und davon ab, was sonst in deinem Depot liegt. Was du hier bekommst, ist das Rüstzeug, um die Frage selbst zu beantworten.

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