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Lufthansa Aktie — einfach erklärt

Luftverkehr · Deutschland

Die Lufthansa Group betreibt mehrere Fluggesellschaften und verdient zusätzlich an Technik, Fracht und Catering. Das Fluggeschäft hat hohe Fixkosten: Flugzeuge, Personal und Gebühren fallen weitgehend an, egal wie voll die Maschine ist. Deshalb entscheidet die Auslastung fast alles.

Das spricht dafür — und das dagegen

Dafür

  • Starke Drehkreuze in Frankfurt, München, Wien und Zürich mit knappen Start- und Landerechten.
  • Die Technik-Sparte wartet auch Flugzeuge fremder Airlines und läuft unabhängiger vom Passagiergeschäft.
  • Vielfliegerprogramme binden Geschäftskunden, das ertragsstärkste Segment.

Dagegen

  • Extrem konjunkturabhängig und zusätzlich anfällig für Ereignisse außerhalb jeder Planung — Pandemien, Streiks, Luftraumsperrungen.
  • Der Treibstoffpreis ist ein Hauptkostenblock und nur teilweise absicherbar.
  • Hohe Fixkosten bedeuten: Fällt die Auslastung um wenige Prozentpunkte, kippt das Ergebnis schnell ins Minus.

Wird meist von Anlegern diskutiert, die bewusst zyklisch und mit klarer Erwartung an einen Konjunkturverlauf investieren.

Was für ein Wert ist das eigentlich?

Lufthansa wird üblicherweise als Zykliker eingeordnet. Zykliker verdienen im Aufschwung viel und im Abschwung wenig. Daraus folgt eine Falle: Genau wenn die Gewinne auf dem Höhepunkt stehen, sieht die Bewertung am günstigsten aus — und danach fällt beides. Ein einzelnes Jahr sagt hier wenig; sinnvoll ist der Blick über einen ganzen Zyklus.

Worauf es bei Lufthansa besonders ankommt

Bei Lufthansa ist der Erlös je angebotenem Sitzkilometer die zentrale Größe, nicht die Passagierzahl — voll geflogene Maschinen zu schlechten Preisen sind kein gutes Geschäft. Der zweite Blick gilt dem Geschäftsreiseanteil: Diese Kunden zahlen deutlich mehr je Ticket, und ihr Anteil hat sich seit der Umstellung auf Videokonferenzen dauerhaft verändert.

Die Kennzahlen, auf die es hier ankommt

Bei jedem Aktientyp zählen andere Zahlen. Diese vier solltest du dir bei Lufthansa zuerst ansehen — in Klarkurs stehen sie samt Erklärung auf einer Seite.

KGV im Zeitverlauf

Einzelne Jahre täuschen bei Zyklikern. Sinnvoller ist die Frage, wie die Bewertung im Vergleich zu den letzten Jahren dasteht — und in welcher Phase des Zyklus wir gerade sind.

Bei Lufthansa: Fluggesellschaften verdienen in guten Jahren viel und in Krisen gar nichts. Ein KGV aus einem starken Jahr führt hier besonders zuverlässig in die Irre.

Auftragsbestand

Bei Industrie- und Rüstungswerten die aussagekräftigste Zahl überhaupt: Sie zeigt, was in den kommenden Jahren an Umsatz gesichert ist.

Bei Lufthansa: Statt eines Auftragsbestands zählen der Buchungsstand kommender Quartale, die Auslastung der Flieger und der Erlös je Sitzplatzkilometer.

Nettomarge

Zykliker haben im Aufschwung gute, im Abschwung dünne Margen. Wie tief sie im letzten Abschwung gefallen ist, sagt dir viel über die Widerstandskraft der Firma.

Bei Lufthansa: Kerosin und Personal sind die beiden großen Kostenblöcke. Ein Teil des Treibstoffs ist über Termingeschäfte abgesichert — das verzögert Preissprünge, hebt sie aber nicht auf.

Verschuldung

Entscheidend, um einen Abschwung zu überstehen. Wer mit hohen Schulden in eine Flaute geht, gerät schnell unter Druck.

Bei Lufthansa: Aus der Corona-Zeit blieben Schulden und Pensionsverpflichtungen. Flugzeuge sind zudem oft geleast; Leasing gehört in die Schuldenrechnung hinein.

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  1. Gesamtbild holen. Kennzahlen, Analystenmeinungen und Insider-Käufe in einer Einordnung — mit Klartext-Fazit statt nackter Zahl.
  2. Verstehen statt ablesen. Zu jedem Punkt ein Satz, warum er zählt.
  3. Aufs eigene Depot beziehen. Eine gute Aktie kann die falsche für dich sein, wenn du schon drei ähnliche hältst.

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Häufige Fragen zu Lufthansa

Was ist der Break-even-Ladefaktor?

Der Anteil verkaufter Sitze, ab dem ein Flug seine Kosten deckt. Er liegt bei Netzwerk-Airlines oft bei rund drei Vierteln der Sitze. Alles darüber ist überproportional Gewinn, alles darunter überproportional Verlust — daher die starken Ergebnisschwankungen bei kleinen Nachfrageänderungen.

Warum sind Start- und Landerechte so wertvoll?

Weil große Flughäfen nur begrenzt viele Starts pro Stunde abwickeln können. Diese Zeitfenster, Slots genannt, sind knapp und werden nicht neu geschaffen. Wer sie an einem gefragten Drehkreuz hält, hat einen Vorteil, den ein Wettbewerber nicht einfach kaufen kann.

Ist Lufthansa Aktie eine gute Geldanlage?

Das kann dir niemand seriös pauschal beantworten — und diese Seite tut es bewusst nicht. Ob ein Wert zu dir passt, hängt von deinem Anlagehorizont, deiner Risikobereitschaft und davon ab, was sonst in deinem Depot liegt. Was du hier bekommst, ist das Rüstzeug, um die Frage selbst zu beantworten.

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