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Goldman Sachs Aktie — einfach erklärt

Investmentbank · USA

Goldman Sachs verdient vor allem im Kapitalmarktgeschäft: Beratung bei Übernahmen, Börsengänge, Handel mit Wertpapieren, dazu Vermögensverwaltung für sehr vermögende Kunden. Das Privatkundengeschäft ist klein. Damit hängt das Ergebnis stärker an der Aktivität an den Märkten als bei einer breit aufgestellten Bank.

Das spricht dafür — und das dagegen

Dafür

  • Führende Stellung in der Beratung bei großen Übernahmen und Börsengängen.
  • In unruhigen Märkten steigen die Handelserlöse häufig, während andere Bereiche leiden.
  • Die Vermögensverwaltung liefert planbarere Gebühren als das Transaktionsgeschäft.

Dagegen

  • Übernahmen und Börsengänge kommen in Wellen — bleiben sie aus, fällt ein Hauptertrag weg.
  • Handelsergebnisse schwanken stark und sind schwer vorherzusagen.
  • Versuche, ins Privatkundengeschäft vorzudringen, haben in der Vergangenheit Geld gekostet.

Wird meist von Anlegern diskutiert, die bewusst auf Kapitalmarktaktivität setzen und starke Ergebnisschwankungen aushalten.

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Was für ein Wert ist das eigentlich?

Goldman Sachs wird üblicherweise als Zykliker eingeordnet. Zykliker verdienen im Aufschwung viel und im Abschwung wenig. Daraus folgt eine Falle: Genau wenn die Gewinne auf dem Höhepunkt stehen, sieht die Bewertung am günstigsten aus — und danach fällt beides. Ein einzelnes Jahr sagt hier wenig; sinnvoll ist der Blick über einen ganzen Zyklus.

Worauf es bei Goldman Sachs besonders ankommt

Bei Goldman Sachs schwankt das Ergebnis mit der Aktivität an den Kapitalmärkten. Zu beobachten sind deshalb die Zahl der begleiteten Übernahmen und Börsengänge sowie der Bestand an Beratungsmandaten — er läuft dem Ertrag voraus. Zweitens der Anteil der Vermögensverwaltung: Diese Gebühren fließen auch in ruhigen Jahren und machen das Ergebnis berechenbarer. Drittens die Eigenkapitalrendite, an der sich das Management traditionell messen lässt.

Die Kennzahlen, auf die es hier ankommt

Bei jedem Aktientyp zählen andere Zahlen. Diese vier solltest du dir bei Goldman Sachs zuerst ansehen — in Klarkurs stehen sie samt Erklärung auf einer Seite.

KGV im Zeitverlauf

Einzelne Jahre täuschen bei Zyklikern. Sinnvoller ist die Frage, wie die Bewertung im Vergleich zu den letzten Jahren dasteht — und in welcher Phase des Zyklus wir gerade sind.

Bei Goldman Sachs: Schwankt mit der Kapitalmarktaktivität und ist deshalb in einzelnen Jahren wenig aussagekräftig. Kurs zu Buchwert ist die stabilere Größe.

Auftragsbestand

Bei Industrie- und Rüstungswerten die aussagekräftigste Zahl überhaupt: Sie zeigt, was in den kommenden Jahren an Umsatz gesichert ist.

Bei Goldman Sachs: Das Gegenstück sind angekündigte, aber noch nicht abgeschlossene Beratungsmandate — sie laufen dem Ertrag um Quartale voraus.

Nettomarge

Zykliker haben im Aufschwung gute, im Abschwung dünne Margen. Wie tief sie im letzten Abschwung gefallen ist, sagt dir viel über die Widerstandskraft der Firma.

Bei Goldman Sachs: Statt Marge zählt die Eigenkapitalrendite, an der sich das Management ausdrücklich messen lässt. Handelserlöse machen sie von Jahr zu Jahr sprunghaft.

Verschuldung

Entscheidend, um einen Abschwung zu überstehen. Wer mit hohen Schulden in eine Flaute geht, gerät schnell unter Druck.

Bei Goldman Sachs: Wie bei jeder Bank die Kernkapitalquote statt einer Schuldenquote. Ohne großes Privatkundengeschäft fehlt zudem der stabile Einlagenpuffer.

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  2. Verstehen statt ablesen. Zu jedem Punkt ein Satz, warum er zählt.
  3. Aufs eigene Depot beziehen. Eine gute Aktie kann die falsche für dich sein, wenn du schon drei ähnliche hältst.

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Häufige Fragen zu Goldman Sachs

Warum schwankt das Ergebnis von Goldman Sachs stärker als das einer normalen Bank?

Weil Beratungsmandate und Börsengänge nicht gleichmäßig anfallen. In ruhigen Jahren mit wenigen Übernahmen fehlt ein Hauptertrag, ohne dass sich am Geschäftsmodell etwas geändert hätte. Eine Bank mit großem Privatkundengeschäft hat dagegen stetige Zinserträge als Puffer.

Was ist der Unterschied zwischen Investmentbank und Geschäftsbank?

Eine Geschäftsbank nimmt Einlagen an und vergibt Kredite. Eine Investmentbank berät Unternehmen bei Kapitalmaßnahmen und handelt an den Märkten. Goldman Sachs ist überwiegend Letzteres — das erklärt sowohl die höheren Erträge in guten Jahren als auch die stärkeren Einbrüche in schwachen.

Ist Goldman Sachs Aktie eine gute Geldanlage?

Das kann dir niemand seriös pauschal beantworten — und diese Seite tut es bewusst nicht. Ob ein Wert zu dir passt, hängt von deinem Anlagehorizont, deiner Risikobereitschaft und davon ab, was sonst in deinem Depot liegt. Was du hier bekommst, ist das Rüstzeug, um die Frage selbst zu beantworten.

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