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Deutsche Bank Aktie — einfach erklärt

Banken · Deutschland

Die Deutsche Bank verdient in vier Bereichen: Privatkunden, Firmenkunden, Investmentbanking und Vermögensverwaltung. Ein Großteil des Ertrags kommt aus der Zinsdifferenz — die Bank zahlt für Einlagen weniger, als sie für Kredite verlangt — sowie aus Gebühren für Handel und Beratung.

Das spricht dafür — und das dagegen

Dafür

  • Nach Jahren des Umbaus wieder auf ein klares Geschäftsmodell fokussiert statt auf Wachstum um jeden Preis.
  • Starke Stellung im europäischen Firmenkundengeschäft, besonders bei exportierenden Mittelständlern.
  • Profitiert von höheren Leitzinsen, weil die Zinsspanne dann breiter wird.

Dagegen

  • Banken sind unmittelbar konjunkturabhängig: In der Rezession fallen Kredite aus, und zwar genau dann, wenn auch das übrige Geschäft schwächelt.
  • Investmentbanking-Erträge schwanken stark und sind schwer planbar.
  • Regulierung kann Eigenkapitalanforderungen erhöhen und damit Ausschüttungen begrenzen.

Wird meist von Anlegern diskutiert, die bewusst auf Zins- und Konjunkturentwicklung setzen — Bankaktien sind kein ruhiges Basisinvestment.

Was für ein Wert ist das eigentlich?

Deutsche Bank wird üblicherweise als Zykliker eingeordnet. Zykliker verdienen im Aufschwung viel und im Abschwung wenig. Daraus folgt eine Falle: Genau wenn die Gewinne auf dem Höhepunkt stehen, sieht die Bewertung am günstigsten aus — und danach fällt beides. Ein einzelnes Jahr sagt hier wenig; sinnvoll ist der Blick über einen ganzen Zyklus.

Worauf es bei Deutsche Bank besonders ankommt

Bei Banken ist die Risikovorsorge die Zahl, die man zuerst sucht — sie zeigt, mit wie vielen Kreditausfällen die Bank selbst rechnet, und dreht vor dem Ergebnis. Zweitens die harte Kernkapitalquote: Sie entscheidet, ob überhaupt Spielraum für Dividenden und Aktienrückkäufe besteht, unabhängig davon, wie der Gewinn ausfällt.

Die Kennzahlen, auf die es hier ankommt

Bei jedem Aktientyp zählen andere Zahlen. Diese vier solltest du dir bei Deutsche Bank zuerst ansehen — in Klarkurs stehen sie samt Erklärung auf einer Seite.

KGV im Zeitverlauf

Einzelne Jahre täuschen bei Zyklikern. Sinnvoller ist die Frage, wie die Bewertung im Vergleich zu den letzten Jahren dasteht — und in welcher Phase des Zyklus wir gerade sind.

Bei Deutsche Bank: Banken werden häufig unter dem Buchwert gehandelt. Der Vergleich von Kurs und Buchwert sagt hier mehr als das KGV.

Auftragsbestand

Bei Industrie- und Rüstungswerten die aussagekräftigste Zahl überhaupt: Sie zeigt, was in den kommenden Jahren an Umsatz gesichert ist.

Bei Deutsche Bank: Eine Bank hat keinen Auftragsbestand. Die Gegenstücke sind Zinsüberschuss, Provisionserträge und die Risikovorsorge für Kredite, die auszufallen drohen.

Nettomarge

Zykliker haben im Aufschwung gute, im Abschwung dünne Margen. Wie tief sie im letzten Abschwung gefallen ist, sagt dir viel über die Widerstandskraft der Firma.

Bei Deutsche Bank: Statt der Nettomarge zählen die Aufwand-Ertrags-Relation — wie viel Kosten je Euro Ertrag anfallen — und die Rendite auf das eingesetzte Eigenkapital.

Verschuldung

Entscheidend, um einen Abschwung zu überstehen. Wer mit hohen Schulden in eine Flaute geht, gerät schnell unter Druck.

Bei Deutsche Bank: Schulden sind bei einer Bank das Geschäftsmodell. Die relevante Zahl ist die harte Kernkapitalquote (CET1): der Puffer vor einer Schieflage.

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  1. Gesamtbild holen. Kennzahlen, Analystenmeinungen und Insider-Käufe in einer Einordnung — mit Klartext-Fazit statt nackter Zahl.
  2. Verstehen statt ablesen. Zu jedem Punkt ein Satz, warum er zählt.
  3. Aufs eigene Depot beziehen. Eine gute Aktie kann die falsche für dich sein, wenn du schon drei ähnliche hältst.

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Häufige Fragen zu Deutsche Bank

Warum profitieren Banken von steigenden Zinsen?

Weil sich die Zinsen für Kredite meist schneller anpassen als die Zinsen, die eine Bank ihren Sparern zahlt. Die Differenz ist der Zinsüberschuss — die wichtigste Ertragsquelle im klassischen Bankgeschäft. Der Effekt kehrt sich um, sobald Kunden höhere Einlagenzinsen einfordern.

Was bedeutet die harte Kernkapitalquote?

Sie gibt an, wie viel echtes Eigenkapital eine Bank im Verhältnis zu ihren risikogewichteten Geschäften hält — also wie viel Verlust sie verkraften kann, bevor es kritisch wird. Aufsichtsbehörden schreiben Mindestwerte vor; wer knapp darüber liegt, hat wenig Spielraum für Dividenden und Rückkäufe.

Ist Deutsche Bank Aktie eine gute Geldanlage?

Das kann dir niemand seriös pauschal beantworten — und diese Seite tut es bewusst nicht. Ob ein Wert zu dir passt, hängt von deinem Anlagehorizont, deiner Risikobereitschaft und davon ab, was sonst in deinem Depot liegt. Was du hier bekommst, ist das Rüstzeug, um die Frage selbst zu beantworten.

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