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Amazon Aktie — einfach erklärt

Onlinehandel / Cloud · USA

Amazon ist zwei Firmen in einer: der weltgrößte Onlinehändler und mit AWS der größte Cloud-Anbieter. Der Handel bringt den meisten Umsatz, aber wenig Gewinn; AWS bringt weniger Umsatz, aber den Großteil des Gewinns. Dazu kommt ein schnell wachsendes Werbegeschäft auf der Handelsplattform.

Das spricht dafür — und das dagegen

Dafür

  • Ein Logistiknetz, das kaum jemand nachbauen kann — Lieferung am nächsten Tag als Standard.
  • AWS ist im Cloud-Markt führend und finanziert die margenschwachen Bereiche mit.
  • Prime bindet Kunden über Versand, Video und Musik langfristig an die Plattform.

Dagegen

  • Das Handelsgeschäft reagiert empfindlich auf Konsumflauten und steigende Kosten.
  • Kartellbehörden in den USA und der EU prüfen die Marktmacht der Plattform.
  • Der Ausbau von Logistik und Rechenzentren bindet dauerhaft sehr viel Kapital.

Häufig als langfristiger Wachstumswert diskutiert, bei dem der Gewinn stark schwanken kann.

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Was für ein Wert ist das eigentlich?

Amazon wird üblicherweise als Wachstumswert eingeordnet. Wachstumswerte werden für das bewertet, was sie künftig verdienen sollen — nicht für das, was heute in der Kasse ist. Deshalb wirken sie oft „teuer“ und reagieren empfindlich auf Enttäuschungen: Lässt das erwartete Wachstum nur etwas nach, fällt der Kurs schnell zweistellig, obwohl die Firma weiter Gewinn macht.

Worauf es bei Amazon besonders ankommt

Der Handel macht bei Amazon den Umsatz, der Gewinn kommt überwiegend aus der Cloud-Sparte AWS und aus Werbung. Wer nur auf Umsatzwachstum schaut, sieht deshalb das Falsche. Aufschlussreich ist, wie sich das Verhältnis dieser Bereiche verschiebt — und wie hoch die Investitionen in Logistik und Rechenzentren gerade sind, denn die entscheiden darüber, wie viel vom Gewinn als freier Mittelzufluss übrig bleibt.

Die Kennzahlen, auf die es hier ankommt

Bei jedem Aktientyp zählen andere Zahlen. Diese vier solltest du dir bei Amazon zuerst ansehen — in Klarkurs stehen sie samt Erklärung auf einer Seite.

Umsatzwachstum

Die wichtigste Zahl bei Wachstumswerten. Wächst der Umsatz zweistellig, ist die Geschichte intakt. Verlangsamt sich das Wachstum mehrere Quartale in Folge, ist das oft das erste ehrliche Warnsignal — lange bevor es im Gewinn sichtbar wird.

Bei Amazon: Der Handel bringt den Umsatz, die Cloud-Sparte AWS den Gewinn. Beim Wachstum lohnt deshalb der getrennte Blick auf beide Sparten statt auf die Konzernzahl.

KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis)

Sagt dir, wie viele Jahresgewinne du für die Aktie bezahlst. Bei Wachstumswerten liegt es fast immer über dem Marktschnitt. Wichtig ist nicht die Höhe allein, sondern ob das Wachstum sie rechtfertigt.

Bei Amazon: Das KGV sah jahrelang absurd hoch aus, weil bewusst kaum Gewinn ausgewiesen und stattdessen investiert wurde. Aussagekräftiger ist hier der operative Cashflow.

Nettomarge

Wie viel von jedem Euro Umsatz als Gewinn übrig bleibt. Eine hohe und stabile Marge zeigt, dass die Firma Preise durchsetzen kann und nicht nur über Rabatte wächst.

Bei Amazon: Im Onlinehandel liegt die Marge im niedrigen einstelligen Bereich, in der Cloud um ein Vielfaches höher. Die Gesamtmarge sagt vor allem, wie stark AWS gerade läuft.

Verschuldung

Wachstum auf Pump ist gefährlich, wenn die Zinsen steigen. Ein niedriges Verhältnis von Schulden zu Eigenkapital gibt Luft, auch mal ein schwaches Jahr zu überstehen.

Bei Amazon: Amazon hat hohe Leasingverpflichtungen für Lager, Flugzeuge und Fahrzeuge. Die stehen nicht immer als Schulden im Blickfeld, wirken aber wie welche.

In drei Minuten selbst prüfen

  1. Gesamtbild holen. Kennzahlen, Analystenmeinungen und Insider-Käufe in einer Einordnung — mit Klartext-Fazit statt nackter Zahl.
  2. Verstehen statt ablesen. Zu jedem Punkt ein Satz, warum er zählt.
  3. Aufs eigene Depot beziehen. Eine gute Aktie kann die falsche für dich sein, wenn du schon drei ähnliche hältst.

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Häufige Fragen zu Amazon

Zahlt Amazon eine Dividende?

Traditionell nicht — Amazon hat Gewinne fast immer wieder ins eigene Wachstum gesteckt. Wer regelmäßige Ausschüttungen sucht, ist bei anderen Werten besser aufgehoben.

Warum ist der Gewinn bei so viel Umsatz oft klein?

Weil der Onlinehandel ein Geschäft mit dünnen Margen ist: Lager, Versand und Personal kosten viel. Der eigentliche Gewinnbringer ist AWS. In Klarkurs siehst du das an der Nettomarge — die sagt dir, wie viel von jedem Euro Umsatz als Gewinn übrig bleibt.

Ist Amazon Aktie eine gute Geldanlage?

Das kann dir niemand seriös pauschal beantworten — und diese Seite tut es bewusst nicht. Ob ein Wert zu dir passt, hängt von deinem Anlagehorizont, deiner Risikobereitschaft und davon ab, was sonst in deinem Depot liegt. Was du hier bekommst, ist das Rüstzeug, um die Frage selbst zu beantworten.

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